Die Renovation von 1996:
Die
seit dem Frühjahr
1994 vorbereitete
und im Jahre 1996
durchgeführte
Innenrestaurierung
um fasste die
Renovation des
Kirchenraumes und
der angegliederten
Nebenräume, des
Pfarrzimmers, des
Thurmzimmers und der
Toilettenanlagen.
Das Äussere wurde,
von der
Neuverglasung der
Fenster und Neupflästerung
an der Nordseite der
Kirche abgesehen,
nicht berührt.
Die Hauptaufgabe,
die Restaurierung
des Kirchenraumes,
stellte für die
Baukommission und
alle Be teiligten
bis zum Architekten
und der kantonalen
Denkmalpflege eine
Herausforderung dar.
Galt es doch, den
Innenraum dieser bau-
und kunstge
schichtlich für die
zürcherische
Landschaft und das Tösstal
so wervollen
Querkirche wieder in
sei nem Glanz
erstrahlen zu
lassen.
Die Absicht der
Planer war, die
ursprüngliche architektonische
Raumidee zu stärken
und neuere,
allenfalls störende
Eingriffe behutsam
zu eliminieren.
Selbstverständlich
wurde dabei auch den
heu tigen
funktionellen und
liturgischen Bedürfnissen
der Kirchgemeinde
Rechnung getragen.
Denkmalpflegerisch
ist insbesondere die
Erneue rung der
Farbigkeit an der
Stuckdecke
hervorzuheben. Die
Stuckdecke selber
musste mit grossem
Aufwand instand
gestellt, ein Teil
der Stuckorna mente
musste, weil
schadhaft,
nachgegossen wer
den. Das im Laufe früherer
Renovationen aufgezo
gene Kaliko war vom
Schimmelpilz
befallen und musste
behandelt oder
ersetzt werden. Die
unzäh ligen
Malschichten mussten
sorgfältig entfernt
werden, um die ursprüngliche
Feinheit der Stuck
details wieder zu
erlangen. Um die
ursprüngliche
Farbigkeit
rekonstruieren zu können,
wurden die
verschiedenen
Farbschichten von
Restauratoren
untersucht. Die
Farbpigmente wurden
dabei auch labormässig
bestimmt.

Die Wände, deren Verputz man unter Entfernung aller Stuckaturen schon früher erneuert hatte, wurden an die Farbgebung der Decke und des
Kirchenraums
angepasst. Auch der
Anstrich am Holz der
Emporenbalustrade
wurde analysiert,
wobei bis zu
vierzehn
verschiedene
Malschichten zum
Vorschein kamen. So
konnte man
feststellen, dass
sie ursprünglich
grau und wohl erst
seit 1876 bräunlich
gestrichen worden
waren. Aus Rücksicht
auf die später in
Naturholz
errichteten Emporen
aufgänge und Wandtäfer
wurde beschlossen,
die einfache bräunliche
Maserierung zu
erneuern.
Ein anderes Kapitel
war die Planung der
Kirchenbeleuchtung,
mit der Auswahl von
passenden Leuchtkörpern.
Es wurden moderne
Entwürfe und Entwürfe
nach historischem
Vorbild geprüft.
Die Möglichkeit,
die bestehende
Beleuchtung von 1957
zu belassen, wurde
ebenfalls erörtert.
In Er mangelung von
überlieferten
historischen Beispie
len aus den zürcherischen
Landkirchen wurde zu
bewährten
klassizistischen
Kristalleuchtern
nach zeitgenössischen
Vorbildern
gegriffen, welche
zur Architektur und
Ausstattung des
Kirchenraumes
passen. Dabei wurde
auf Einfachheit der
Form und der
Verzierungen Wert
gelegt.

Dem
Wunsch der
Bauherrschaft nach
optischer und räumlicher
Unterteilbarkeit des
Kirchenrau mes
konnte mittels eines
aufziehbaren
Vorhangs, welcher
unter den Emporen
montiert wurde, nach
gekommen werden.
Der Boden wurde im
ganzen Kirchenraum
neu verlegt, wobei
seine Feuchtigkeits-
und Wärme isolation
verbessert wurde.
Der vorher unpassend
teppichbelegte
Zentral- und
Gangbereich wurde
entsprechend der
Tradition mit
einheimischen
Sandsteinplatten
versehen.
Alle
Ausstattungsteile in
Holz, wie Wandtäfer,
Trep penaufgänge
mit Geländern, Bänke
und Böden, wurden
aufgefrischt, und
ihre Oberfläche
wurde behandelt. Die
Bänke wurden etwas
gekürzt, um die
Durchgänge
verbreitern zu können.
Die Orgel wurde
revidiert und ihr
Gehäuse mit der überdimensionierten
Verdachung
vereinfacht, so dass
es sich besser in
den Zusammenhang
einfügt.
Die elektrische
Installation wurde
im Zusammen hang mit
der Erneuerung der
Beleuchtung neu ver
legt. Die
Heizungsinstallation
wurde ebenfalls
durchgehend
erneuert. Zwischen
dem Turm und dem
Kirchenraum musste
ein früherer
Wasserscha den
behoben werden.
Dieser verursachte
Beschädi gungen an
Dach- und
Deckenkonstruktion
der Kirche, so dass
die Stuckdecke an
der entsprechenden
Stelle von Grund auf
erneuert werden
musste.
Wie bereits erwähnt,
wurden die
Kirchenfenster neu
verglast. Die
Farbfenster wurden
nur verbleit, wobei
die getönten, zum
Teil schadhaften
Kathe
dralglasscheiben
durch neue farblose
Glasscheiben von
gleichwertiger
Qualität ersetzt
wurden. Die farbigen
Motive und
Dekorationen am
Rande und in den
Halbkreissegmenten
blieben erhalten.
Die äussere
Schutzverglasung
wurde erneuert und wärmetechnisch
verbessert.
Kantonale Denkmalpflege M. Chramosta


